THE CASSANDRA COMPLEX: THE PLAGUE

"The Plague" ist nicht nur das neue Album von The Cassandra Complex, zudem ihr erstes seit dem letzten, im Jahr 2000 veröffentlichten Werk Wetware - und es erscheint pünktlich zum 40jährigen Jubiläum dieser ursprünglich 1982 von Mastermind Rodney Orpheus in Leeds gegründete Band.

The Cassandra Complex

The Cassandra Complex waren von Anbeginn in keine wirkliche Schublade einzuordnen: So waren sie einerseits beeinflusst von angloamerikanischen Kollegen wie Suicide, The Velvet Underground oder New Order – zugleich offen für die kontinentalen Strömungen, die von den deutschen Elektro-Pionieren oder Bands wie DAF kamen.

Dies alles, verbunden mit der Übersiedlung nach Deutschland im Jahr 1987, brachte The Cassandra Complex schnell ein großes Renommee in diversen Szenen von Gothic bis hin zu EBM ein. Die Alben Grenade (1986) und Theomania (1988) wurden zu Klassikern, ebenso Songs wie Moscow Idaho, Kill Your Children oder (In Search Of) Penny Century.

Der perfekte Crossover aus dynamischer Gitarre und treibender, repetitiver Elektronik war dabei ebenso ein Markenzeichen wie die exaltierte, charismatische Präsenz des Frontmanns Rodney Orpheus. Nachdem es um The Cassandra Complex in den letzten Jahren etwas ruhiger wurde, kehrt die Band mit The Plague nun umso überzeugender zurück. Aufgenommen während der Pandemie, in der auch die Musiker teilweise nur virtuell miteinander spielen konnten, ist The Plague zu einem rundum, überzeugenden, typischen The Cassandra-Complex-Album geraten, dessen langer Entstehungsprozess allein durch die auch hier vertretende Single The Crown Lies Heavy On The King, das im Oktober 2020 die damals noch drohende Wiederwahl Donald Trumps thematisiert, dokumentiert wird. Wie alle Klassiker von The Cassandra Complex ist auf dieses Album geprägt von elektronischen Elementen, die im fordernden Dialog mit den beiden langjährigen Gitarristen Andy Booth (Manchester, UK) und Volker Zacharias (Hamburg, Germany) stehen. Und das Zeug zum Klassiker hat "The Plague" zweifelsohne: Hier vereinen sich Tradition und liebevoll und kenntnisreich integrierte Zitate (wie von Joy Division in Speed Of Sound) mit der Kraft und schieren Dynamik alter Tage. So ist Old Boys Network schon jetzt eine neue Hymne im Stil von Moscow Idaho. Natürlich ist "The Plague" trotz aller Vertrautheit kein nostalgisches Retro-Album, dafür sind allein die Themen zu relevant und die Wut und Spielfreude ist ungebrochen.

Und natürlich fehlen auch die, vornehmlich auf der zweiten Hälfte von "The Plague" versammelten, introspektive Balladen nicht: The Best Thing und Miss You sind unsentimentale, tiefgehende Liebeserklärungen im besten Sinne, und ein Track wie The Great Sea unterstreicht die große Gothic-Eleganz, zu der diese Band seit jeher fähig ist. Somit ist The "Plague" weit mehr als ein fälliges Comeback, sondern jetzt schon ein Klassiker in der an großen Höhepunkten nicht armen Historie der Band!
http://cassandracomplex.co.uk
 
 

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