EMIGRATE veröffentlichen neues Studioalbum am 05.11.21

Aus dem einmaligen Projekt ist mehr als das geworden. Viel mehr. Die drei Alben EMIGRATE (2007), SILENT SO LONG (2014) und A MILLION DEGREES (2018) beweisen, dass hinter Emigrate mit Richard Zven Kruspe ein überaus kreativer Kopf steht, der neben Rammstein die Freiheit braucht, sich musikalisch anderweitig verwirklichen zu können. Bei Emigrate gibt es keine Grenzen, keine Barrieren, keine Schranken. Alles ist möglich, Sounds sind nicht limitiert – das zeigt besonders THE PERSISTENCE OF MEMORY, das neue Studio-Album, das am 5. November erscheinen wird.

THE PERSISTENCE OF MEMORY ist ein ganz besonderes Juwel, denn die neun Songs vereinen Ideen, die Richard in fast zwei Jahrzehnten gesammelt hat. Die Stilrichtung ist somit vorgegeben: Industrial Rock, Rock mit elektronischen Elementen, immer melodiös, mitreißend, tiefgängig. Beinahe hätten die Stücke nur als Beiwerk das Licht der Welt erblickt: der ursprüngliche Gedanke war es, eine Vinyl-Box der ersten drei Alben mit einer Zusatzplatte zu veröffentlichen. Auf dieser Bonus-LP sollten sich Songs zusammenfinden, die nicht veröffentlicht worden waren. 

Richard tauchte in seine Festplatten und hörte Ideen, Songs, Lyrics, die unbedingt an die Öffentlichkeit wollten. Kruspe fing Feuer, arbeitete sich tief in seine musikalischen Bilder von heute, gestern und vorgestern hinein. „Eine gute Idee bleibt eine gute Idee“, ist er überzeugt und so arrangierte er um, textete neu, nahm Teile frisch auf, ließ den Mix renovieren und verpasste den neun vorliegenden Songs einen zeitgemäßen und dennoch zeitlosen Anstrich. Zu gut waren die Songs, um in den Archiven zu bleiben.

Es sollte dieses Mal nicht zu komplex werden, die Kreativität fließen, daher richtete Kruspe sein Hauptaugenmerk auf pure, rohe Emigrate-Songs. Kruspe resümiert: „Diese Songs sind zwar zu einem bestimmten Zeitpunkt in meinem Leben entstanden, aber Ideen haben ja kein Verfallsdatum. Sounds, Texte und Themen hingegen schon.“ „Freeze My Mind“ zum Beispiel ist einer der ersten Emigrate-Songs überhaupt, entstanden 2001. Jetzt, 20 Jahre später klingt er frisch, gegenwartsnah und dennoch eindeutig nach Emigrate. So verhält es sich mit dem kompletten Album. Es ist ein Auf und Ab von vermeintlich bekannten Songstrukturen, Melodien, Elementen und neuen Aspekten, Einflüssen und musikalischen Herausforderungen. Man hört förmlich die Lust, die Motivation, die Tiefe, die Kruspe noch einmal in diese Songs gelegt hat.

Beim Coverartwork wird groß gespielt, denn wie schon beim Debüt und bei A MILLION DEGREES sehen wir Kruspes Kopf auf dem Cover. Dieses Mal losgelöst, allein schwebend, von Sternenfeldern umgeben blickt er aus der Atmosphäre auf die Erde. Ein Sinnbild für das Universale, das bei THE PERSISTENCE OF MEMORY solch eine große Rolle spielt. „Es geht darum, Welten zu erschaffen und Dinge aus anderer Perspektive zu betrachten“, gibt Kruspe erklärend zu Protokoll. THE PERSISTENCE OF MEMORY ist in erster Linie Kruspes Gedankenwelt, aber Emigrate lebt natürlich auch von der Teamleistung. Kapitän Kruspe braucht die Reflektion durch andere Menschen, diverse Meinungen, Reibungspunkte. „Das ist essenziell für mich, um weiterzukommen. Ein Vakuum wäre Stillstand“, sagt er über die Zusammenarbeit mit seinen Mitstreitern. 

Darüber hinaus bringt ihm der Austausch neue Impulse, ein wichtiges Elixier für den weltoffenen und auch immer noch risikobereiten Kruspe. Die intensive Arbeit mit dem neuen Emigrate-Keyboarder Andrea Marino, der auch als DJ in seiner Heimat Italien arbeitet, ließ Kruspes Liebe zur elektronischen Musik erneut entfachen, und er denkt schon über die Veröffentlichung von THE PERSISTENCE OF MEMORY hinaus in die Zukunft. „Vielleicht ist das neue Album ein Abschluss und hilft mir dabei, eine Ära beiseite zu schieben und neue Türen zu öffnen.“ Wer weiß es besser als Kruspe, ob die Zukunft der Band fernab der Rockmusik liegt. THE PERSISTENCE OF MEMORY lässt, wie jede andere Emigrate-Platte auch, hören, wie es in Kruspes Gedankenwelt aussieht. „Ich hoffe doch, dass man mich nach dem Hören besser kennengelernt hat“, merkt Kruspe an und freut sich darüber, dass die Interpretationsmöglichkeiten der Emigrate-Songs individuell veränderbar sind und Zuhörer von den Songs berührt werden. 

So fern und doch so nah. Emigrate 2021.

 NEU: MUSIX E-PAPER 

Porträts & Interviews