RETTET DIE CLUBKULTUR - THE SHOW MUST GO ON

Mit großer Besorgnis schaut die Clubkultur auf den nahen Herbst und Winter und in das Jahr 2023. Die Live-Musikbranche sieht sich in den aktuellen Entwicklungen existenziell bedroht, ein Mix aus gleich mehreren Faktoren bedrohen einen ganzen Wirtschaftszweig:

Club Kultur

•    Keine andere Branche war in dem Maß von den Corona-Schutz-Maßnahmen betroffen, von Beginn der Pandemie wurden Schließungen angeordnet, nach wie vor leiden die Clubs unter Besuchermangel.
   
•    Die dringend notwendigen Bundeshilfen, wie das Kurzarbeitergeld, enden 2022, die November-/Dezemberhilfen und Überbrückungshilfen sind inzwischen ausgelaufen oder befristet. Darunter fallen auch die Sonderfonds für die Programmunterstützungen, welche bis Ende des Jahres auslaufen. Auch Neustart-Kultur wird nur noch bis zum 30.06.2023 finanziert.
•    Eine massive Explosion der Energiekosten verschärft die existenzielle Notlage, die Inflation zwingt auch die Clubs, die Preise anzupassen. Dies wirkt sich zusätzlich auf die Kaufzurückhaltung für Konzerttickets für Musikclubs und Veranstalter:innen aus.
•    Viele Konzerte müssen wegen den fernbleibenden Besucher:innen im Vorfeld kurzfristig abgesagt werden.

Veranstaltungen sind im Herbst und Winter und das gesamte Jahr 2023 kaum planbar. Wir verzeichnen eine große Zurückhaltung bei Agenturen und     Künstler:innen.
Die LiveKomm befürchtet einen Kollaps in der Veranstaltungswirtschaft und fordert die Politik zum Handeln auf. Mit der Kampagne 
„RETTET DIE CLUBKULTUR – THE SHOW MUST GO ON“ 
fordert die Clubbranche eine Berücksichtigung im kommenden Bundeshaushalts:
•    Neustart Kultur 2023
   
o    Neue Fördermittel ab 2023 (mit Verwendungsmöglichkeiten bis 2024)
o    Bedarf analog zum Neustart Kultur-Programm “Musikclubs”: 30 Millionen Euro
o    Bedarf analog zum Neustart Kultur-Programm “Veranstalter:innen”: 65 Millionen Euro

•    Fortführung des Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen
   
•    ,Kulturfonds Energie‘:     
o    Bemessungsgrundlage für den Energieverbrauch muss das Kalenderjahr 2019 bilden, da ab 2020 kein regulärer Betrieb stattgefunden hat.
•    Das Forum Veranstaltungswirtschaft muss als Vertreter der Clubs und Festivals, wie auch den großen Spielstätten wie Hallen und Arenen in den Lenkungskreis für die “KulturEnergieMilliarde” aufgenommen werden.
   
•    Wenn Corona-Maßnahmen in einem Bundesland notwendig werden, die den Veranstaltungsbetrieb einschränken, müssen mit sofortiger Wirkung zusätzliche Hilfen ergriffen werden.     
Vor uns liegen entscheidende Monate und die drängende Frage, ob die Clubkultur, so wie wir sie bislang kennen, im Jahr 2023 überlebt. Ohne neue Gelder und zusätzliche Hilfsmaßnahmen werden die Rettungs-Millionen der Jahre 2020 - 2022 großteils umsonst investiert gewesen sein. 
Eine Kompensation von Energiemehrkosten alleine wird die Clubs nicht retten. Die Branche hängt am Fördert(r)opf und benötigt noch eine Weile, um sich von dem Corona-Schock zu erholen. Denn Corona ist für uns noch längst nicht überstanden. Wie ein Damoklesschwert hängt das neue Infektionsschutzgesetz zum stetigen Einsatz durch die Bundesländer über der Branche. Bereits eine Maskenpflicht in Innenräumen bedeutet ein Club-Lockdown.
Corona und seine Folgen setzen der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft weiterhin schwer zu. Derzeit rettet die Förderung durch Neustart Kultur noch viele Club-Shows. Wenn allerdings ab 2023 keine neuerlichen Staatshilfen geschnürt werden, droht ein Kollaps der Veranstaltungswirtschaft, der zunächst die Musikclubs trifft. Später wird durch ausbleibende Nachwuchsarbeit das gesamte Ökosystem der Musikwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen – und damit auch viele Künstlerinnen und Künstler in ihrer Existenz zusätzlich bedroht. Clubs sind Orte der sozialen Vielfalt und gelebter Inklusion, eine Welle von Clubschließungen wird sich gesamtgesellschaftlich negativ auswirken, dies gilt es zu verhindern.

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