WOLFGANG AMBROS

Der große Wolfgang Ambros mag zwar inzwischen gebrechlich sein, getreu dem Titel der 70er-Jahre-TV-Kultserie „Ein echter Wiener geht nicht unter“ ist er aber keineswegs gebrochen. Und die Konzerte des legendären Austropoppers – mehr zu dieser Bezeichnung später – sind nach wie vor eine Schau.

Allein die herrlichen Ansagen mit viel Schmäh, aber ohne Schmarrn machen Spaß. Mal abgesehen von Klassikern wie „Du bist wia de Wintasun“, „Du verstehst mi ned“, „Zwickt's mi“, „Da Hofa“, „Die Blume aus dem Gemeindebau“ und natürlich die Pistenhymne „Schifoan“. Und es geht weiter … Wie und wie lange noch, darüber sprach und philosophierte Ambros im musix-Interview.

WOLFGANG AMBROS

musix: Glückwünsche zu einer großen und großartigen Karriere. Sie stehen seit über 50 Jahren auf der Bühne!
Wolfgang Ambros: Danke.

musix: Können Sie sich noch an Ihren allerersten Live-Auftritt erinnern?
Wolfgang Ambros: Na sicher! Das war 1971 im Dezember in einer Diskothek in Stattledt als Support für Waterloo & Robinson. Die hatten kurz zuvor ihren ersten Hit und waren damals bei der gleichen Plattenfirma wie ich. Und als wir uns da einmal begegnet sind, hat mich der Waterloo - Hans Kreuzmayr eigentlich - gefragt, ob ich bei ihrer Show vor ihnen auftreten möchte. Ich hab’ zugesagt und hatte meinen allerersten bezahlten Auftritt vor Publikum.

musix: Sie werden ja heuer 72. Was treibt einen im „Rentenalter“ immer noch an auf die Bühne zu gehen?
Wolfgang Ambros: Ich kann Musik machen und es macht Spaß. Und ein Leben im Dauerurlaub wäre mir ganz einfach zu fad. Ich genieße es, ganz entspannt Musik zu machen und Leute zu treffen, denen genau das gefällt.

musix: Bevorzugen Sie dabei das Format mit Ihrer Band No. 1 vom Wienerwald oder im Trio?
Wolfgang Ambros: Es hat beides seinen Reiz und ich würde weder das eine noch das andere missen wollen. Im Trio sind wir natürlich viel näher am Publikum.

musix: Ich habe Sie schon ein paar Mal im Trio gesehen und man spürt förmlich den Spaß, den Sie zu dritt auf der Bühne haben?
Wolfgang Ambros: Na, ich hoffe doch, dass wir unsere Freude am Musizieren auch ein bisschen Richtung Publikum transportieren können.

musix: Sie genießen in Musikerkreisen von Kollegen wie Peter Maffay und Ostbahn Kurti große Wertschätzung. Ist das mit ein Antrieb für Sie?
Wolfgang Ambros: Das ehrt mich und ich freue mich natürlich über kollegiale Anerkennung. Aber der Antrieb sind die Menschen, die in die Konzerte kommen.

musix: Apropos Ostbahn Kurti. Nach dessen Tod sind sie nicht nur Begründer des Austropop-Genres, sondern auch der am längsten amtierende Vertreter.
Wolfgang Ambros: Na ja, ob ich wirklich der am längsten amtierende bin, sei mal dahingestellt.

musix: Gefällt Ihnen die Bezeichnung Austropop überhaupt oder wie würden Sie ihre Musik bezeichnen? Gerade mit Band kann es ja auch mal ganz schön rockig werden.
Wolfgang Ambros: Ich habe das Etikett Austropop nie auf mich bezogen. Das wurde mir verpasst.

musix: Ihre letzten Veröffentlichungen waren ja eher Hits- oder Live-Compilations. Wird es vielleicht auch noch mal neue Songs geben?
Wolfgang Ambros: Ich schreibe immer mal wieder etwas. Wenn etwas dabei ist, von dem ich denke, es könnte etwas sein, dann veröffentliche ich es. Ob da noch mal ein Album dabei heraus kommt? Wer weiß?

musix: So wie bei den Rolling Stones, die 2023 ja wirklich eine starke neue Platte vorgelegt haben.
Wolfgang Ambros: Stimmt, das ist schon eine Nummer. Und vor allem: Wie ich gehört habe, verkaufen die auch wieder richtige Schallplatten in größerer Zahl.

musix: Sie haben in ihrer langen Karriere die Stones doch bestimmt mal getroffen?
Wolfgang Ambros: Die Stones habe ich nie getroffen. Wann auch? 
Dem Mick Jagger bin ich begegnet. Als ich in London im One Stop Records als Plattenverkäufer gearbeitet habe, war der öfter bei uns und hat eingekauft. Wir waren damals der angesagteste Plattenladen in London und hatten jede Menge prominente Kunden.

musix: Und die stehen mit über 80 auch noch auf der Bühne, haben Sie das auch vor?
Wolfgang Ambros: Was ich vorhabe, weiß ich: So lange ich Freude am öffentlichen Musizieren habe und so lange es Menschen gibt, die das sehen und hören wollen, wüsste ich nicht, warum ich damit aufhören sollte. Ob dass mit über 80 noch der Fall sein wird, habe ich nicht in der Hand.

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