Der Trend, dass Opern- und Klassikmusiker inzwischen auch als Popstars vermarktet werden, ist nicht mehr aufzuhalten. Da wird leider manchmal mehr Wert auf die Optik des Künstlers gelegt als auf sein Talent. Was kann denn beispielsweise der Tenor Jonas Kaufmann dafür, dass er nicht nur wunderbar singt, sondern auch noch gut aussieht?
Gerade bei Kaufmann sollte man seiner stimmlichen Begabung die volle Aufmerksamkeit schenken, gehört der Münchener doch zu den versiertesten und vielseitigsten Opernsängern der Gegenwart. Von der Rolle des Ruggero in „La Rondine“ über die des Alfredo in „La Traviata“ bis hin zu Tamino oder Faust, Don Jose und Don Carlo kann Kaufmann einfach alles singen. Neben seinen Opern-Engagements tritt Kaufmann auch mit Liederabenden auf oder singt CDs mit Richard Strauss-Titeln ein.
Das neue Werk „Doppelgänger“ ist dabei einmal mehr besonders und brillant! Mit seinem neuen Album präsentiert Jonas Kaufmann zentrale Werke des deutschen Lied-Repertoires, gemeinsam mit seinem langjährigen Partner am Klavier, Helmut Deutsch. Robert Schumanns „Dichterliebe“ und „Kerner-Lieder“ auf CD sowie eine spektakuläre Inszenierung von Franz Schuberts „Schwanengesang“ auf DVD – Herrlich!
Wie schon das Album „Selige Stunde“ entstanden die Aufnahmen von Robert Schumanns „Dichterliebe“ und „Kerner-Lieder“ während des ersten Lockdowns 2020 in der Corona-Pandemie. Rückblickend eine ebenso skurrile wie künstlerisch kreative Situation, die laut Helmut Deutsch dazu führte, „dass sich die Aufnahmen fast wie ‚Hausmusik‘ angefühlt haben, ganz anders als in den oft nüchternen Sälen oder Studios“. Für Jonas Kaufmann war es willkommene Gelegenheit, sich wieder intensiv mit der „Dichterliebe“ zu beschäftigen: „Es ist ein unglaubliches Glück, diesen Zyklus singen zu dürfen, sowohl als junger wie auch als gereifter Sänger. Die „Dichterliebe“ ist ein Unikat, einmalig in der gesamten Liedliteratur.“
Das Ergebnis ist höchst emotional und stellenweise gar ergreifend. Eine großartige Stimme und ein pointiertes Piano – mehr braucht es nicht für musikalischen Hochgenuss.
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