Schon beim Betreten der Halle die erste Erleichterung: Drinnen herrschten im Vergleich zur Abendhitze draußen angenehm temperierte, fast schon kühlende Bedingungen. Doch die kühle Luft hielt nicht lange vor, denn die Halle war bereits früh hervorragend gefüllt. Ein bunt gemischtes, wunderbar abgerocktes Publikum aus Kutten-Trägern, bärtigen Stoner-Veteranen und jüngeren Genre-Fans scharrte ungeduldig mit den Hufen.
Den Abend eröffnen durften Stone of Duna aus Göteborg. Die Schweden, die sich selbst mit einer gehörigen Portion sympathischer Selbstironie als „progressive Boomer Metaller“ bezeichnen, legten ab der ersten Sekunde los wie die Feuerwehr.
Mit ihrem famosen Auftritt bewiesen sie sofort, dass progressiver Anspruch und dreckiger Rock ’n’ Roll sich keineswegs ausschließen.
Nach einer kurzen Umbaupause, in der die Vorfreude in der Halle spürbar knisterte, war es Zeit für den Hauptact des Abends. Die Truckfighters – das legendäre Trio aus Örebro, Schweden – betraten die Bühne. Und was dann folgte, lässt sich eigentlich nur mit einem Wort beschreiben: Ekstase. Im absolut besten, intensivsten Sinne des Wortes.
Wer dachte, Stone of Duna hätten die Messlatte bereits unerreichbar hoch gelegt, wurde von den Truckfighters eines Besseren belehrt. Sie setzten nicht nur noch einen drauf – sie rissen das sprichwörtliche Dach der Halle komplett ein. Der immense Schalldruck vibrierte mehrmals Biergläser von den umliegenden Tischen.
Vom ersten Riff an entfesselte das Trio einen schier unfassbaren, brachialen Sound, der nicht nur im Gehörgang, sondern tief in der Magengrube vibrierte. Der Bass drückte wie eine Dampfwalze, die Drums peitschten unbarmherzig nach vorne, und die Gitarre von „Dango“ sägte sich mit diesem unnachahmlichen, fuzz-geladenen Wüstensound durch den Raum.
Doch es war vor allem die schiere, rohe Energie und die astronomische Spielfreude, die diesen Auftritt so besonders machten. Nach einigen Jahren Pause vom Tour Business hatte sich offensichtlich eine Menge Energie angestaut, die nun entfesselt wurde.
Dango wirbelte über die Bühne wie ein Derwisch auf Koffein, sprang barfuß durch die Luft und feuerte seine Riffs mit einer körperlichen Intensität ab, die beim Zuschauen fast schon für Muskelkater sorgte. Ozo hielt mit seinem mörderischen Bass-Groove und dem kraftvollen Gesang die Meute eisern im Griff.
Das Trio bot eine visuell wie akustisch absolut mitreißende Show. Spätestens beim Über-Song „Desert Cruiser“ gab es in den vorderen Reihen kein Halten mehr. Ein wilder, aber herzlich-verschwitzter Moshpit formierte sich und die Halle kochte endgültig über.
Infos zu weiteren Veranstaltungen im Backstage gibt es hier.
More Musix
Live-Review! Truckfighters 29.5. München, Halle@Backstage
Der immense Schalldruck vibrierte mehrmals Biergläser von den umliegenden Tischen.
Waiblingens beliebte „Talaue rockt“ – Serie startet wieder
23 Gigs - vom 30.5. bis zum 19.9. am Kulturbiergarten an der Rems
7.6. München – Sugar Shack: JASON KANE & THE JIVE – High Voltage Boogie Rock aus Texas
Einlass 19.30 Uhr / Eintritt nur € 13,-
Live-Review! John 5 28.05. München, Strom
Starke Vorstellung, die der Gitarrist da abgeliefert hat.










