Jeder kennt ihn, den legendären „Wellerman“, der 2021 den bis dato unbekannten Nathan Evans zum Weltstar machte. Ob Funcoustic aus dem beschaulichen Bad Schönborn nun mit ihrer Version des ebenso bekannten „Drunken Sailor“ ähnliches widerfahren könnte? „Ehrlich gesagt, ist uns das schnuppe“, sagt Bandleader Uli Haßfeld. „Was wir wollen, ist dass unser Publikum Spaß hat!“. Zusammen mit seinen Musikern Jens Bohmüller und Erik Kollinger serviert er sonst inspiriert arrangierte Rock-Covers. Und das ziemlich erfolgreich.
Wie Funcoustic dazu kam, den „Drunken Sailor“ überhaupt zu spielen, ist eine Geschichte für sich: Ein Arzt aus Bruchsal, der einst Schiffsarzt auf der „Gorch Fock“ war, hatte Funcoustic für einen Auftritt in Wismar gebucht. Dort traf sich die Marine-Crew von 1973 zum 50. Mal. „Vor dem Auftritt bemerkten wir, dass wir keine Seemannslieder im Repertoire haben, erzählt Haßfeld. Also studierten wir im Hotel schnell „Sailing“ von Rod Stewart ein und eben „Drunken Sailor“ in einer eigenen Version. Das kam beim Publikum sehr gut an.“
Als Moderator, DJ und Musikredakteur Thomas Brockmann aus dem benachbarten Sternenfels, seit Jahren Fan der Band, davon erfuhr, animierte er die Band, den Song doch aufzunehmen und zu veröffentlichen!
Mit Unterstützung von „Masterboy“ Enrico Zabler und vielen Tipps Brockmanns ging es ab im „Soundfactory“, Tonstudio (Walldorf), wo eine einzigartige, gut tanzbare Version des Songs entstand. „Ich versorge inzwischen viele DJs mit dem Song und habe auch Kontakt zu „Krümels Stadl“ auf Mallorca aufgenommen. So könnte der Titel zum „Ballermann-Hit“ werden“, hofft Brockmann.
„Frank Farian hat überwiegend Traditionals gemacht und aus alten Songs etwas Neues geschaffen. Mal sehen, ob das auch für uns ein zweites Standbein wird“, sagt Uli Haßfeld, der seit 30 Jahren Rockmusik macht und mit seiner Band bereits drei CD-Alben aufgenommen hat.
Die Fans der Gruppe jedenfalls schätzen den eigenständigen Sound. So ist eine der Akustik-Gitarren so stark herunter gestimmt, das Haßfeld sie im Bass-Sound spielt. „Viele vermuten etwas Elektrisches, aber das ist reines Handwerk“, erklärt er, der wie seine Bandkollegen dafür bekannt ist, viele Zugaben zu spielen. „Die Zuschauer haben Eintritt für uns bezahlt, da möchten wir ihnen etwas bieten.“ Das können auch schnelle, harte Stücke auf‘ der Akustikgitarre des Sängers Jens Bohmüller sein, die sonst kaum jemand spielen kann. Und nicht zu vergessen, dass ausgeprägte Rhythmusgefühl von Schlagzeuger Erik Kollinger.
In diesem Sinne: „Hooray an up…Funcoustic ist am Start!
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