Einfach eine originelle Truppe, diese SOKO LiNX. Zwar durchaus punkig, aber alles andere als puristisch. Neben Pogo finden auch elektronische, hippe und Hip-Hop-Elemente ihren Platz im spaßigen Sound der Leipziger. Zum neuen Album „Punk für Leute, die Punk haszen“ hatte Sänger und Gitarrist SiKO LONX einiges zu erzählen.
musix: Alle zwei Jahre erscheint ein neues Album von euch. Werdet ihr diesen Turnus beibehalten?
SiKO LONX: In der Band gibt es da unterschiedliche Bedürfnisse. Am Ende hängt es nicht nur vom Wollen ab, sondern eben auch von den finanziellen Mitteln, die es braucht, um so ein Album zu produzieren. Zumindest nehmen wir uns schon einmal gedanklich vor, bis 2029 ein weiteres Album zu veröffentlichen.
musix: Das neue Werk präsentiert wieder eine große musikalische Vielfalt und jede Menge textlichen Witz. Fällt es euch leicht, euch stilistisch und lyrisch so breit aufzustellen?
SiKO LONX: Danke für das liebe Kompliment! Unser Musikgeschmack ist recht vielfältig. Somit fließt etliches an Inspiration aus unterschiedlichen kreativen Ursprüngen in unsere eigene Musik ein. Tatsächlich ist es so, dass unser Produzent Sascha Höhm (liebe Grüße an dieser Stelle) einiges wieder etwas einheitlicher gestaltet, da unsere Alben sonst musikalisch zu sehr ausfransen würden. Beispielsweise strich Sascha einen Flamencogitarren-Part aus einem unserer Songs. Zu den Texten: Es gab eine Zeit, in der ich glaubte, keine witzigen Texte mehr schreiben zu können. Das hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Tatsächlich ging es mir in den letzten Jahren sehr leicht von der Hand. Mal sehen, ob das so bleiben wird – angesichts der weltweiten Ereignisse.
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musix: Thematisch schöpft ihr aus dem Vollen – Politik, Alltag und vieles mehr. Verfolgt ihr die Nachrichten besonders aufmerksam oder woher kommen eure Inspirationen?
SiKO LONX: Ich informiere mich beinahe täglich über das aktuelle Weltgeschehen. Dabei muss ich aufpassen, nicht zu pessimistisch zu werden. Damit mir das gelingt, schreibe ich zum einen Texte darüber. Zum anderen versuche ich, das Ganze humorvoll aufzubrechen, um nicht komplett die Lebensfreude zu verlieren. Denn ich werde nicht selten Opfer des Doomscrollings. Da hilft es mir und meiner Mental Health zumindest, dass aus diesem alltäglichen Wahnsinn hörbare Songs entstehen können.
musix: Mein Lieblingssong ist „Verkehrsteilnehmer“. Wie viel davon ist Wahrheit und wie viel ist Witz?
SiKO LONX: Der Song hat es fast nicht auf die Platte geschafft. OXON hat dieses Lied geschrieben, und in seiner ursprünglichen Version war ich kein großer Fan davon. Da OXON „Verkehrsteilnehmer“ aber sehr wichtig war, habe ich den Song mit seiner Erlaubnis textlich und musikalisch so überarbeiten dürfen, dass dieses musikalische Kleinod mir mittlerweile auch ziemlich ans Herz gewachsen ist. Der Hass auf andere Verkehrsteilnehmer entspringt einer manchmal ehrlich empfundenen Verachtung. Davon werde ich oft Zeuge, wenn ich als Beifahrer OXON beim Fluchen zuhören darf.
musix: Und wie viel der Platte ist für euch „echter“ Punk?
SiKO LONX: 13,12 %.
musix: Apropos Punk: Die Toten Hosen hören auf. Macht euch das traurig? Waren Die Toten Hosen ein Einfluss auf euch?
SiKO LONX: Aus verzweifelter Nostalgie habe ich mir nach Jahren tatsächlich sogar das neue Album der Hosen auf Vinyl gekauft. Nostalgie und Sex verkaufen sich eben am besten. Nun liegt sie im Schrank und darf verstauben. Also ja: Der Abschied macht mich schon etwas traurig, denn ich kannte ja bisher nur eine Welt mit den Hosen. Musikalisch und vor allem politisch hat uns diese Band schon geprägt.
musix: Oder doch eher Die Ärzte?
SiKO LONX: Na ja. Ich denke, wenn man sich unsere Musik anhört, kannst du dir die Frage vermutlich selbst beantworten. Zwinkersmiley.
musix: Welcher Song ist für euch inhaltlich der wichtigste? Ist es „Alles ist politisch“?
SiKO LONX: Die Antwort auf diese Frage würde sicherlich täglich anders ausfallen, da mir alle Texte auf dem Album inhaltlich sehr wichtig sind. Im Moment fällt meine Antwort auf „Gewaltenteilung“, da aufgrund des Parteitags einer unsäglichen Partei in Erfurt die Debatte über Gewalt erneut entfacht wurde.
musix: Und welcher repräsentiert das Album musikalisch am besten?
SiKO LONX: Bei der Frage nach der ersten Single waren sich unser Label Fettfleck Records und wir einig, dass „Jetzt bitte keine Neiddebatte!“ das Album am besten widerspiegelt, da der Song Rock, Rap und elektronische Elemente vereint.
PUNK FÜR LEUTE, DIE PUNK HASZEN, Fettfleck Records
15.8.-24.10.26, The Living Proof Agency
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Veranstaltungen:
18.07. Osterwieck – Rock Im GartenÂ
15.08. Karben – Karben Open AirÂ
25.09. Wiesbaden – KreativfabrikÂ
26.09. Nürnberg – Club Stereo
02.10. Lübeck – Blauer EngelÂ
03.10. Husum – Speicher
09.10. Dresden – OstpolÂ
10.10. Berlin – Schokoladen
23.10. Hannover – Lux Â
24.10. Oberhausen – Druckluft
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Zum Schluss gab's noch ein traditionelles Softeis auf die Hand.










