„Wenn wir alle gegen den Strom schwimmen, in welche Richtung fließt er dann?“, fragt Michael Hierer im Titel- und Eröffnungssong seines Albums „Wenn wir alle“. Mit dieser wortgewandten und zugleich philosophischen Formulierung legt er die spirituelle und musikalische Latte gleich richtig hoch. Und schafft es tatsächlich, das hohe Niveau durchzuhalten.
Nummer 2, „Testballon“, ist ein wunderbar eingängiger Pop-Rock-Song mit Wiedererkennungswert. Man merkt einfach, dass hier ein Profi und profilierter Künstler mit popmusikalischer Expertise am Werk ist. Hierer ist sogar ausgebildeter Textdichter, was den abwechslungsreichen und tollen Tunes auf „Wenn wir alle“ natürlich ziemlich zugutekommt.
„Wurzeln und Flügel“ ist eine leichte und zugleich tiefsinnige Ballade. „Mit mir die Sintflut“ hat leichte Americana-Akustik-Anmutung. Aber nicht nur klanglich rockt, bluest, poppt und schöpft Hierer aus dem Vollen, auch thematisch gibt es den Rundumschlag mit Gefühls- und Zeitbezug.
Starkes Album zwischen Liedermacherei, Chanson, Blues und Rock mit der Klasse vergleichbarer Kollegen wie Stefan Stoppok, Wolfgang Niedecken oder Stefan Waggershausen. Hierer – ein Name, den man sich merken sollte.
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