Bedingt durch den frühen Konzertbeginn um 19:00 Uhr, vermutlich geschuldet der Fußballübertragung am späteren Abend, war die Halle zwar nur spärlich gefüllt, doch die Anwesenden erlebten einen bemerkenswerten Abend. Die in Berlin lebende Soulsängerin Charlotte Colace mit französisch-kubanischen Wurzeln bewies von der ersten Minute an echtes Star-Potenzial.
Begleitet von einer männlichen Saxofon-Unterstützung und atmosphärischen Background-Samples legte Charlotte Colace einen mitreißenden Auftritt hin. Im Zentrum des Geschehens: ihre extrem starke, ausdrucksvolle Stimme, die das Münchner Publikum von Anfang an in ihren Bann zog und für begeisterte Resonanz sorgte.
Dass die Künstlerin noch am Anfang ihrer Karriere steht zeigte sich vor allem in den Pausen. Ihre teils sehr tiefgründigen, persönlichen Ansagen und Statements wirkten zwar authentisch, drückten jedoch hier und da die ansonsten ausgelassene Stimmung im Saal.
Auch im Songwriting blitzte das Talent durch, selbst wenn einige Stücke hörbar noch etwas Feinschliff vertragen könnten. Der Qualität des Auftritts tat dies jedoch keinen Abbruch – das Material kam beim Publikum hervorragend an.
Fazit: Ein intimes, stimmlich überragendes Konzert einer vielversprechenden Newcomerin, die mit etwas mehr Routine auf der Bühne zweifellos vor einer großen Zukunft steht.

Punkt 20 Uhr erlosch das Licht im inzwischen sehr gut gefüllten Muffatwerk. Als Curtis Harding die Bühne betrat, war sofort klar: Dieser Abend wird intensiv. Gemeinsam mit seiner tight eingespielten Band bewies der US-Amerikaner vom ersten Takt an, dass er bereit war, dem Münchner Publikum eine absolut begeisterte und energiegeladene Show zu liefern.
Harding, dem die Vorfreude sichtlich ins Gesicht geschrieben stand, suchte früh den Kontakt zum Publikum. In einer sympathischen Ansage betonte er, wie gerne er immer wieder nach München zurückkehre und er freue sich wahnsinnig darüber, inzwischen in einer so großen und geschichtsträchtigen Halle wie dem Muffatwerk spielen zu dürfen – ein Meilenstein, den ihm die Fans sichtlich gönnten.
Dass hier ein Ausnahmekünstler auf der Bühne steht, wundert kaum, wenn man einen Blick auf seine Wurzeln wirft. Als Sohn einer Gospelsängerin hat Harding den Rhythmus, die Spiritualität und die schiere Stimmgewalt quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Diese tiefe Verwurzelung im Gospel war in jedem einzelnen Ton spürbar. Seine Stimme trug eine emotionale Wucht, die das Muffatwerk stellenweise in einen modernen Soul-Gottesdienst verwandelte. Bei 2 Songs holte er auch Charlotte Colace noch einmal zurück auf die Bühne und spätestens beim letzten Song „Need your Love“ war klar das Curtis Harding die Liebe seines Publikums braucht und an diesem Abend in München auch im Übermaß bekommen hat.
Infos zu weiteren Konzerten im Muffatwerk gibt es hier.









