„Ich bin ein Schreiber, der singt und nicht ein Sänger, der schreibt“, meint Fish bei seinem Konzert in der Muffathalle. Wobei er beides wirklich gut kann.
Derek William Dick alias Fish hat gleich mit doppelter Kreide Pop- und Proggeschichte geschrieben. Als jahrelanger Sänger von Marillion schuf er kunstvolle Glanztaten, darunter den Megahit „Kaleigh“ und als Solo-Künster startete er 1990 mit dem Album „Vigil In A Wilderness Of Mirrors“ in eine ebenso substanzielle und großartige Karriere. Diese fand mit dem finalen Meisterwerk „Weltschmerz“ den Höhepunkt und das Ende zugleich.
Und es ist ein wunderbarer und würdiger Abgang, den der Schotte auf seiner laufenden Tour mal laut und mal leise vollzieht und zelebriert. Powervolle Prog-Perlen glänzen hier ebenso wie kleine feine Folklichter. Sensationell und stark gesungen und auch gestisch in Szene gesetzt.
Der große Schotte liefert in karierten Hosen noch ein letztes Mal beeindruckend ab. Mit einigen Marillion-Titeln, aber natürlich auch mit umso mehr Solonummern. Vor allem auch mit Witz, denn die Ansagen und kleinen Erzählungen zeugen von großem Humor und einem wachen Geist.
Zweieinhalb Stunden entführen Fish und seine Band in fantastische und progressive Wonnen und Welten.
Jetzt darf er auch wirklich nach Hause, wo seiner Aussage nach 13 Schafe warten.
Den Ruhestand hat sich dieser Ausnahmekünstler wirklich verdient.
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