musix: „Wenn der Wind sich dreht“, ist ein starker Rocksong? Das hat ja sogar Bruce Springsteen-Power. Apropos Springsteen, kann man sagen, dass sich sein Sound auch irgendwo in Deiner Musik wiederfindet?
Peter Schreiner: Springsteen ist in meiner musikalischen DNA definitiv enthalten, wie man auch hören kann.
musix: Wie findest Du seine doch politischen Äußerungen in der letzten Zeit und seine politisierten Konzerte?
Peter Schreiner: Jeder darf sich zu seinen politischen Ansichten äußern wie er will. Solange „politisierte“ Konzerte sich auf Protestsongs und kurze Statements beschränken, ist das für mich ok. Längere oder langatmige Reden haben jedoch für mich auf einem Rockkonzert nichts zu suchen und gehören dort auch nicht hin. Der Musiker drückt sich in erster Linie durch seine Musik und seine Texte aus.
musix: Du bist bestimmt der Meinung, dass Künstler und Musiker sich nicht rein auf das Entertainment beschränken und auch den Mund aufmachen sollten?
Peter Schreiner: Wenn dem Künstler danach ist, seinen Mund aufzumachen, dann sollte er das auch tun. Das ist das Recht seiner freien Meinungsäußerung. Jedoch gehört es auch zum Recht der Meinungsäußerung, seine Meinung nicht zu äußern. Das kann jeder halten wie er will.
musix: Jedenfalls tust Du das mit „Wenn der Wind sich dreht“ klar und deutlich. Kannst Du ganz kurz zusammenfassen, was Du mit der Nummer sagen/erreichen willst?
Peter Schreiner: Mir persönlich geht es in diesem Lied hauptsächlich darum, eine Einladung an Alle auszusprechen, ihre bürgerlichen Rechte wahrzunehmen, sich für ihre Überzeugung hinzustellen und sich nicht auseinanderdividieren zu lassen, nicht in Angst oder Resignation zu verfallen. Der Bürger ist der Souverän, er wird jedoch von der Politik behandelt wie ein Untertan.
Ich persönlich habe den Eindruck, dass die Parteien, die dieses Land regieren, sich nicht am Wohl des Volkes, sondern am Wohl ihrer Partei orientieren und dabei den Souverän, nämlich das eigene Volk, nicht mehr im Auge haben. Die Parteiideologie steht vor Pragmatismus, die Probleme praktisch zu lösen.
Der Bürger, also der eigentliche Souverän, hat das Gefühl, er steht daneben und sieht zu und fühlt sich dabei ohnmächtig. Er ist jedoch mit den Grundrechten ausgestattet, die Abwehrrechte gegen einen übergriffigen Staat darstellen. Dessen muss er sich nur bewusst sein und diese Rechte für sich in Anspruch nehmen und darf sich nicht durch staatlich überzogenes Handeln einschüchtern lassen, seine Rechte nicht wahrzunehmen. Wer seine Rechte nicht wahrnimmt, verzichtet auf diese und verliert diese. Freiheit stirbt nicht an einem Stück, sondern scheibchenweise!
Wir dürfen uns von der Politik mit ihrer Parteiideologie als Volk nicht spalten lassen, da die Auswirkungen dieser Machtpolitik wir alle spüren. Insoweit soll dieses Lied dem einen den Mut und die Kraft geben, für seine Meinung und seine Rechte einzustehen und zum anderen Bürger motivieren, ein freies, selbstbestimmtes Leben im Rahmen der Gesetze zu führen nach dem Motto: „I don’t give a fuck“!
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