Denkt man an progressive prächtige Rockmusik denkt man automatisch an Marillion. Seit 47 Jahren gehören die Brite nun schon untrennbar zur Szene. Und denken auch nach 20 Studioalben und zahllosen klasse Konzert nicht ans Auffhören. Was gerade so alles ansteht verriet Sänger Steve Hogarth im musix-Interview
musix: Dieses Mal spielt ihr kein komplettes Album anlässlich eines Jubiläums – was können die Fans erwarten?
Steve Hogarth: Das lässt sich im Moment noch schwer sagen, da wir noch über die Setlist nachdenken. Ich glaube, wir haben vor, dieses Mal die größeren und imposanteren Songs zu spielen.
musix: Was wird bei den kommenden Konzerten anders sein?
Steve Hogarth: Nach dem traurigen Tod unseres Freundes und Perkussionisten Luis Jardim werden wir einen neuen Freund an den Percussions begrüßen. Andy Gangadeen (mit dem ich bereits zusammengearbeitet habe, als er in der h-Band Schlagzeug spielte) wird live elektronische Percussion beisteuern. Klingt bei den Proben großartig…
musix: Wie viel Arbeit wird es erfordern, die optimale Setlist festzulegen?
Steve Hogarth: Nun, es ist eigentlich keine Arbeit! Wir werden darüber abstimmen.
musix: Was ist das Geheimnis der Langlebigkeit von Marillion?
Steve Hogarth: Unsere Fans machen das möglich. Ohne die Unterstützung und das Vertrauen, das sie uns entgegengebracht haben, hätten wir uns sicher schon vor Jahren auflösen müssen. Künstlerisch gesehen haben wir einander sowohl innerhalb als auch außerhalb von Marillion den Freiraum gelassen, „unser eigenes Ding zu machen“. Dieser gegenseitige Respekt und diese kreative Freiheit halten uns meiner Meinung nach zusammen.
musix: Würdest du sagen, dass Gesangskunst wichtiger ist als instrumentale Kunst?
Steve Hogarth: Hmm… Nun, das hängt davon ab, wie man „Kunst“ definiert. Bei Marillion ging es nie darum, „anzugeben“ – es ging wirklich um Ausdruck und Musikalität. Es gibt auf der Welt technisch versiertere Musiker als uns. Ebenso gibt es geschicktere Sänger, die all die technischen Hürden nehmen können, die ich nicht nehmen kann. Aber für mich geht es nicht darum – es geht um den Ausdruck von Wahrheit und darum, „Seele“ (in Ermangelung eines besseren Wortes) zu vermitteln, sei es durch das Spiel oder den Gesang. Großartige Sänger brauchen großartige Musiker. Aber wenn es zu einem Wettbewerb wird, verliere ich das Interesse.
musix: Ihr kommt schon seit langer Zeit regelmäßig nach Deutschland, und jetzt seid ihr wieder da. Man könnte sagen, dass zwischen Marillion und Deutschland eine besonders starke Verbindung besteht?
Steve Hogarth: Das stimmt. Als ich 1989 zur Band kam, war mir sofort klar, was für ein großartiges Publikum wir in Deutschland haben. Wir haben dort all die Jahre eine leidenschaftliche Fangemeinde behalten – 37 Jahre, und ich bin immer noch der Neue! … Ich habe eine Schwäche für die Deutschen – ich habe dort einige sehr gute Freunde. Ich freue mich immer darauf, wiederzukommen. Unser aktuelles Plattenlabel (Ear Music) hat seinen Sitz ebenfalls in meinem geliebten Hamburg.
musix: Die Deutschen lieben Progressive Rock sehr. Auch Saga wird hier hoch geschätzt. Hast du eine Erklärung für diese musikalische Vorliebe?
Steve Hogarth: Ich habe keine Ahnung, aber ich bin dankbar für die Unterstützung aller, die offen dafür sind. Die Genre-Bezeichnungen sind uns nicht wichtig. Wir versuchen einfach, kraftvolle Kunst zu schaffen. Wir veröffentlichen diese Werke mit gekreuzten Fingern in der Hoffnung, dass wir niemanden vor den Kopf gestoßen haben, da wir musikalisch gesehen immer wieder neue Wege gehen und uns neu definieren. Im Laufe der Jahre haben unsere Fans diese musikalische Reise mit uns unternommen. Ich bin dankbar, dass ich das wissen darf.
musix: Vielen Dank
Steve Hogarth: Es war mir ein Vergnügen.
4.7.-15.7.26, MFP Concerts
Veranstaltungen:
04.07.26 Rastatt, Open Air
05.07.26 Köln, Kunstrasen Open Air
07.07.26 Frankfurt, Jahrhunderthalle
08.07.26 Hamburg, 45Hertz Open Air
10.07.26 Nürnberg, Stadionpark
11.07.26 Hannover, GildePark
14.07.26 Hamburg, Temprodrom
15.07.26 Leipzig, Haus Auensee
More Musix
Aus Nadine Pimanov wird NADINOVA – und „Run“ reißt alle mit!
Eine voluminöse Stimme, die sie variabel einzusetzen weiß
Frei.Wild – „Immer unter Feuer“: Mit neuem Album 2026 auf Tour
Seit über 20 Jahren zeigen die Südtiroler, dass man mit Haltung und klarer Kante viel bewegen kann.
musix präsentiert: CAFÉ DEL MUNDO
Deutsche Gitarren-Virtuosen Café del Mundo erstürmen die Weltbühnen










